Junge gegen Alte – Wie die Welt gerettet wird

17. Mrz. 2019 von Karin Müller

Plakat: Kein Planet B

Fridays for Future

Unter diesem Titel sammeln sich immer mehr Schüler weltweit, um die „Alten“ an ihre Verpflichtung zu erinnern. „Es gibt keinen Planeten B“, heißt es da auf einem Plakat. Womit uns die Jugend mitteilt, dass die Menschheit am Ende ist, wenn wir die Erde fertig zerstört haben. Klimaschutz ist der Aufhänger für diesen Massenprotest der Jugend gegen die Etablierten.

Auch ich gehöre zu den Alten. Auch ich nehme Teil an der Zerstörung der Welt. Wenn ich als Energieberaterin auch versuche, die Welt vor der allzu starken Erwärmung zu retten, so ist dies doch kaum mehr als ein Feigenblatt für das Verhalten von Generationen. Insbesondere meine Generation hat über die Maßen Welt verbraucht.

So lange es nur wenige Menschen auf der Welt gab, war ein expansives Verhalten förderlich: Rottet die gefährlichen Tiere aus! Nehmt alles in Besitz, was ihr kriegen könnt!

Einige Völker haben Jahrtausende im Einklang mit der Natur gelebt. In ihren Philosophien und Religionen gehörten alle Wesen zusammen. Tiere, Pflanzen und auch die unbelebten Dinge wie Felsen, Flüsse, Berge und die ganze Erde gehörten zusammen. Der individuelle Tod gehörte zum Leben dazu und diente dem kollektiven Erhalt des Lebens. Der Mensch, nur ein Teil davon, hatte alles respektvoll zu behandeln.

Doch einige Völker behielten ihren Expansionsdrang bei, eroberten Territorien die unbesiedelt waren oder vertrieben die Bewohner. Ihr Herrschaftsdrang kennt keine Rücksichtnahme. Ein idealer Nährboden für einen Kapitalismus, dessen einziger Antrieb und Glauben ist: „Ich bin das Wichtigste überhaupt. Mein Profit ist zu mehren. Rücksicht bedeutet Verlieren.“

Menschlichkeit verloren

Wir haben das verloren, was „Menschlichkeit“ heißt. Das Primat des Profits treibt uns in die Hölle. Und jetzt stehen Hunderttausende, wenn nicht schon Millionen von Schülern von der Schulbank auf und sagen: Schluss! „Es müssen TATEN folgen!“ Auch dies ein Slogan der Demonstrationen. Die Gefahr ist bekannt. In gefeierten, internationalen Abkommen haben die Staaten der Erde sich darauf geeinigt, dass die Klimaerwärmung nicht stattfinden soll, und dass man handeln müsse. Aber was ist seit Paris 2015 passiert? Nahezu nichts.

Und was argumentieren jetzt die Politiker und viele Menschen im Volk? „Die Kinder haben Schulpflicht. Das ist nicht hinnehmbar. Sie sollen in ihrer Freizeit demonstrieren.“ Es ist widerlich. Solche Argumente sind verlogen und verschleiern, dass wir, die Menschen, die früheren Generationen in völliger Pflichtvergessenheit die Erde zerstören. Es ist, als wollte ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter sagen: „Wenn du auf dem Weg zur Arbeit bei mir bist, dann darfst du weder für Frösche, Rehe, andere Autofahrer oder Fußgänger bremsen. Du hast die Pflicht rechtzeitig zur Arbeit zu erscheinen. Wenn du zwischendurch Tote produzierst, ist das unwichtig.“

Es ist unsere Pflicht, die Erde in einer Weise zu hinterlassen, dass auch die Nachkommenden hier leben können. Das Grundrecht auf Freiheit und Gesundheit (Art. 2, GG) ist hierbei sicherlich höher anzusiedeln als das Recht auf Mehrung des Eigentums. Argumentationen, wie sie besonders von FDP-Politikern gerne gebraucht werden, Ökologie müsse Wirtschafts-verträglich sein, sind ein Hohn. Es nimmt den zukünftigen Generationen die Lebensgrundlage zu Gunsten heutigen Reichtums für Wenige.

Hoffnung

Ich und das Ingenieurbüro Matthaei unterstützen die „Fridays for Future“-Bewegung. Und wir werden weiter das in unserer Macht stehende tun, um den Klimawandel zu verhindern. Oft ist es frustrierend, weil auch bei unseren Kunden die Mehrheit lediglich den Zugang zu öffentlichen Fördergeldern sucht. Nur nachrangig steht der Wunsch nach ökologischer Verbesserung.

Aber es gibt Hoffnung. Es gibt die Technologien, mit denen der Klimawandel gebremst werden kann. Und wenn jetzt eine Welle von Schülerprotesten die Welt überschwemmt, dann ist die Chance groß, dass wir doch noch aufwachen.

Meine Vision ist eine Gesellschaft, die die Ressourcen nicht mehr für die Mehrung von Privateigentum verwendet sondern für die Schaffung und den Erhalt von guten Lebensbedingungen für alle Menschen. Dazu gehören: Die Überbevölkerung der Erde zurück zu fahren, eine Abkehr vom Wachstumsprinzip überhaupt, die Schaffung von Glück als ein Orientierungsmaßstab, der viel besser als der Kontostand geeignet ist, eine dauerhafte Menschheit zu ermöglichen.

Wir können das!

Bildnachweis:
Foto eines Plakats: Matthaei 2019

Weitere Beiträge zum Thema (mangelnder) Klimaschutz:
Artikel vom 18.12.2018: Das Klima erwärmt sich
Artikel vom 06.12.2018: Ingenieurbüro Matthaei unterstützt Klimaklage
Artikel vom 28.11.2018: Verfassungsbeschwerde wegen unzureichender deutscher Klimaschutzpolitik
Artikel vom 08.01.2018: Klimaschutz und Menschenrechte
Artikel vom 07.01.2018: Klimaschutz als Welt verbindende Utopie

Und hier geht es direkt zur deutschen Website der Bewegung Fridays for Future

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