Gutachten zu Feuchte und Schimmelschäden in einer Wohnung

Im Streit Mieter gegen Vermieter hilft nur unabhängiges Wissen

Standort: Seesen

Baujahr: ca. 1970

Nutzung: Wohnhaus

Schimmel an Außenbauteil Fenster ...

Schimmel an Fenstern, Archivbild IBMatthaei

Maßnahme: Gutachten erstellt

Tätigkeiten: • Aufnahme des Ist-Zustands • Dokumentation von Schäden • Erkunden der Herkunft der Feuchtigkeit • Vorschläge für geeignete Gegenmaßnahmen machen

Ausgangslage:

Grund des Gutachtens

Die Auftraggeberin des Gutachtens ist seit ca. 3 Monaten Mieterin der untersuchten Wohnung. Sie hat sehr hohe Feuchtigkeit und partiellen Schimmelbefall in Ihrer Wohnung gefunden, der nach ihren Angaben bereits zu einer Atemwegserkrankung geführt hat. Sie möchte durch dieses Gutachten eine Beweissicherung vornehmen lassen, Ursachen der Feuchtigkeit ergründen lassen und Hinweise auf mögliche Gegenmaßnahmen erhalten. Der Verfasser ist durch seine Tätigkeit als Bauplaner und Energieberater mit Fragestellungen der Feuchte in Gebäuden vertraut.

Zweck der Begutachtung

Es soll eine Beweissicherung erfolgen, um im Falle von Streitigkeiten zwischen der Auftraggeberin und der Vermieterin den gegenwärtigen Zustand abbilden zu können. Die Auftraggeberin will provisorische Maßnahmen gegen die Gesundheitsgefährdung treffen, die die Beweisbarkeit der Schäden eventuell erschweren. Darüber hinaus sollen Hinweise gewonnen werden, um sinnvolle Gegenmaßnahmen treffen zu können.

Ergebnisse: Die vorhandene Situation ist unbefriedigend. Einfache Abhilfe durch Wegputzen des Schimmels oder verändertes Heiz- und Lüftungsverhalten scheint es nicht zu geben. In erster Linie geht es darum, die Oberflächentemperaturen der Bauteile (Boden, Wände, Fenster) zu erhöhen. Dies kann nur durch bauliche Maßnahmen erfolgen.

Erforderlich sind aus meiner Sicht:

Dämmen des Fußbodens: Dies kann im unterkellerten Bereich eventuell von unten geschehen (unter die Kellerdecke geklebte Dämmplatten). Im nicht unterkellerten Bereich kann Dämmung nur auf dem Fußboden stattfinden. Dazu müsste zunächst der Bodenaufbau erkundet werden um einen richtigen neuen Aufbau festlegen zu können. Eventuell kann der Estrich mit der unzureichenden, alten Dämmung entfernt werden und auf die Rohdecke neu aufgebaut werden. Dämmen der Außenwände: Die Dämmung sollte für das ganze Haus und von außen erfolgen. Bei einem Massivhaus ist der einfachste Aufbau ein Wärmedämmverbundsystem aus Hartschaumplatten mit Putz. Austausch der Fenster: Die alten Fenster sind völlig verschlissen und erfüllen nicht mehr heutige Anforderungen an Wärmedämmung und Luftdichtheit. Sie sollten ausgetauscht werden. Aber Achtung: Diese Maßnahme darf nicht erfolgen, wenn die Wände nicht auch gedämmt werden, da sonst die jetzt an den Scheiben herunter laufenden Kondensatmengen in die Bauteile verlagert würden, wo sie zu schwersten Schäden führen können. Austausch sämtlicher Schimmel-befallener Elemente: Durch jahrzehntelange Belastung mit Feuchte ist der Schimmel vermutlich in den Holzelementen nicht mehr nur oberflächlich, sondern sitzt tief im Holz der Türen und Fenster. Ein Abwischen reicht daher meiner Einschätzung nach nicht, um die biologische Belastung dauerhaft sicher zu beseitigen. Die Innentüren müssen ausgetauscht werden, die befallene Tapete und der Putz im Schlafzimmer müssen aus dem gleichen Grund entfernt und erneuert werden.

Daneben sind weitere Maßnahmen empfehlenswert:

Kontrollierte Lüftung: Wenn durch neue Fenster das Gebäude dichter wird, fehlt der Luftaustausch, der bislang noch unkontrolliert durch die Ritzen der Fenster erfolgt. Um den hygienisch erforderlichen Luftwechsel zu gewährleisten sollten dann eine oder mehrere Lüftungsanlagen eingebaut werden. Vorteilhaft sind Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung.  Die einfachste und billigere Lösung sind Feuchte-geführte Abluftanlagen in Bad und Küche.

... und an inneren Türlaibungen

Schimmel an Fenster, Archivbild IBMatthaei
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