Heizkurve richtig einstellen

Sparen Sie Energie durch eine eigene Optimierung

HeizungsregelungWaren Heizungsanlagen früher in ihrer Temperatur ungeregelt und die einzige Einflussmöglichkeit durch das Stellventil an den Heizkörpern gegeben, so haben neuere Heizungen eine Vielzahl an Regelungsmöglichkeiten. Das Ziel ist jeweils, die Temperatur in den beheizten Räumen konstant zu halten.

Da die Außentemperatur den größten Einfluss auf den Heizwärmebedarf eines Raums oder eines Gebäudes hat, ist es nur logisch, diesen Wert jeweils zu messen (Außentemperaturfühler) und mit dem Sollwert der Raumtemperatur zu vergleichen. Beide Werte gemeinsam beeinflussen dann die Vorlauftemperatur des Heizkreises.

Nun ist jedes Gebäude anders und benötigt eine eigene Menge an Energie. Um die Heizungsanlage korrekt auf das Haus abzustimmen, benötigt sie daher eine individuelle Zuordnung von Außentemperatur zu Vorlauftemperatur. Diese Zuordnungstabelle ist die Heizkurve.

Im einfachsten Fall gibt es zwei Wertepaare, die durch eine Gerade verbunden sind.

Bild 1: einfache Heizkurve

Dabei hängt die bei Auslegungstemperatur (in großen Teilen Deutschlands sind dies -12°C) erforderliche Vorlauftemperatur von Faktoren wie Dämmstandard des Hauses und Größen der Heizflächen (Heizkörper) ab. Um der Charakteristik des Hauses besser gerecht zu werden, gibt es unterschiedlich geformte Heizkurven, die herstellerspezifisch meist mit Zahlen bezeichnet werden:

Bild 2: Steilheit der Heizkurve
Je schlechter der Dämmstandard des Hauses und je kleiner die Heizkörper, desto steiler die Heizkurve.

Die gewünschte Raumtemperatur kann entweder gemessen werden (einmal je Heizstrang) und direkt in die Steuerung des Mischerkreises oder Kesselkreises eingehen1) oder auch für eine Verschiebung der Heizkurve dienen:

Bild 3: Raumtemperatur als Einflussgröße

Daneben gibt es Regler, bei denen die Heizkurve parallel nach oben oder unten verschoben werden kann. D.h. die Vorlauftemperatur wird an jedem Punkt um eine bestimmte Gradzahl angehoben oder abgesenkt:

Bild 4: Parallelverschiebung

Die Schwierigkeit vor der wir als Nutzer oder als Installatör der Heizung stehen ist, dass wir nicht wirklich wissen, wie Haus und Heizung sich verhalten. Die einem Energieberater oder TGA-Planer möglichen Berechnungen der bei verschiedenen Außentemperaturen erforderlichen Vorlauftemperaturen sind sehr aufwändig und immer noch nicht ausreichend genau.

Konsekutives Einstellen der Heizkurve

Der Installatör, der die Heizung einbaut, wird mit vernünftigen Annahmen eine Grundeinstellung der Heizkurve vornehmen. Die Feineinstellung sollte der Nutzer (Hausbesitzer) selbst vornehmen. Ein probates Verfahren dazu wird hier nachfolgend beschrieben.

Drucken Sie sich die Arbeitsblätter Datentabelle und Diagramm aus. Sie brauchen etwa eine Heizsaison, um die Anlage zu optimieren. Belohnt werden Sie mit nachhaltig geringerem Energieverbrauch.

Vorgehensweise
Die Heizkörperventile sollen offen sein. Stellen Sie die Thermostatregler auf eine hohe Stufe. Wenn Sie abregeln müssen, dann ist das ein klarer Hinweis darauf, dass ein Überangebot an Wärme an den Heizkörpern ansteht.2) Kontrollieren Sie ein- bis zweimal pro Woche den Temperaturzustand im Haus, möglichst bei bedecktem Himmel oder abends, so dass die Sonne nicht mitheizt. Tragen Sie das Wertepaar Außentemperatur – Vorlauftemperatur in die Tabelle ein. Wenn es wärmer ist als gewünscht in die Spalte „zu warm“, wenn es kälter ist als gewünscht in die Spalte „zu kalt“. Außerdem drehen Sie – wenn erforderlich – jeweils ein wenig an der Vorlauftemperatur.

Wenn es zu kalt ist, dann drehen Sie die Vorlauftemperatur etwas höher, wenn es zu warm ist, dann senken sie sie ein wenig. Das bewirken Sie, indem Sie entweder die gewünschte Raumtemperatur verändern (siehe Bild 3) oder eine Parallelverschiebung durchführen (siehe Bild 4). Nur bei sehr niedrigen Außentemperaturen (ca. unter 0°C) haben Sie die Möglichkeit auch an der Steilheit etwas zu verändern (siehe Bild 2). (Das Verändern der Steilheit bei mildem Wetter kann ungeahnt starke Auswirkungen haben, wenn die Außentemperatur sinkt!)

Nach einer Heizsaison haben Sie zwei Wertelisten, die Sie in das Diagramm übertragen. Nehmen Sie verschiedenfarbige Stifte für die „zu warm“-Kurve und die „zu kalt“-Kurve. Es ergibt sich etwa so eine Grafik, wenn Sie die Punkte verbinden:

Bild 5: Heizkurve entwickeln

Die optimale Heizkurve liegt zwischen den beiden Linien. Wenn diese sich hin und wieder schneiden, dann ist das kein Fehler. Fremdwärme tritt eben immer wieder auf oder ein Sturm zieht mehr Wärme aus dem Haus.

Versuchen Sie nun, zwischen den beiden Grafen eine gerade oder schwach gekrümmte Kurve einzuzeichnen. Das ist Ihre optimierte Heizkurve, die Sie nun in das Gerät einprogrammieren können. Dabei sind Sie frei, die Kurve nach Belieben zu wählen. Eine Verschiebung nach oben bedeutet ein Mehr an Wärme und mehr Sicherheit gegen Unterkühlung. Eine Verschiebung nach unten bedeutet eventuell Frieren zu Gunsten eines geringeren Energieverbrauchs.

Wenn Sie es nicht selber machen wollen

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