Dämmung eines Dachbodens

Dachbodendämmung ist Pflichtaufgabe und spart erheblich Energie-Kosten

Die Energie-Einsparverordnung schreibt die Dämmung der obersten Geschossdecken zwingend vor. Die Übergangsfristen dafür sind großenteils vorbei. Dennoch sind viele Dachbodendecken noch immer ungedämmt, obwohl die Ausnahmetatbestände der EnEV nicht gegeben sind.

Begehbare Dachböden müssen erst ab 2012 gedämmt werden. Energetisch ist es aber bereits jetzt oftmals sinnvoll, diese Decken zu dämmen und mit einem begehbaren Belag auszustatten. Hier stellen wir ein Beispiel vor, wie in Eigenleistung solch eine Decke modernisiert wurde.

Dachbodendämmung

Ausgangslage

Zunächst wurde der Energieberater beauftragt, den wirtschaftlichen Erfolg der Maßnahme zu bewerten und die richtige Dämmstoffart und Dicke auszuwählen.

Einfamilienhaus

Wohnfläche: ca. 160 m²
Fläche der obersten Geschossdecke: ca. 65 m²
steiles Satteldach in Ost-West-Ausrichtung mit Ziegeln gedeckt
Alte, undichte und schlecht gedämmte Bodenluke
U-Wert der obersten Geschossdecke: U = 0,77 W/m²K
U-Wert der Bodenluke: U = 3,0 W/m²K
Wärmeverlust durch die Decke: ca. 2.500 kWh/a
Wärmeverlust durch unkontrollierte Lüftung: ca. 500 kWh/a

Gewähltes System:

Fermacell Dachbodenelemente aus
11 cm Polystyrol-Hartschaumplatte WLG 035 und
1 cm Gipsfaserplatte als begehbarem Belag
Neuer U-Wert der Gesamtkonstruktion: U = 0,223 W/m²K
Zusätzlich Einbau einer hochdämmenden und luftdichten Dachbodenluke mit einem
neuen U-Wert: U = 0,8 W/m²K
Neuer Wärmeverlust durch die Decke: ca. 1.000 kWh/a

Rechnerische Resultate:

Energieeinsparung: 2.000 kWh/a
Energiekosten-Einsparung: ca. 130 €/a

Investitionskosten der Dachbodendämmung bei eigener Ausführung: ca. 1.800 Euro

Amortierungsdauer (ohne Zinsen und Preissteigerungen): ca. 14 Jahre

Bewertung:

Diese Zeitspanne allein würde die Maßnahme noch kaum rechtfertigen. Der Gewinn an Wohnkomfort (wärmere Räume in der Etage darunter) sollte jedoch durchaus spürbar sein. Des Weiteren ist mit einer Steigerung der Energiepreise in den nächsten Jahren zu rechnen.

Ausführung

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Das Verlegen ist relativ einfach. Die Elemente sind jeweils 50 cm breit und 1,5 m lang und wiegen etwa 12 kg. Geschnitten werden sie mit Kreissäge oder Stichsäge, gegebenenfalls auch mit einem Fuchsschwanz. Die Fasergips-Decke überlappt jeweils die vorhergehenden Elemente, so dass eine nahezu fugenfreie Fläche entsteht. Mit 10 mm Belag ist der Boden jedoch nur schwach belastbar. Soll der Dachboden genutzt werden, dann ist es erforderlich,
1. den Grundboden zu egalisieren
2. eine zweite oder auch eine dritte Lage Trockenestrichplatten auf den Dämmplatten zu verkleben und zu verschrauben. (Es gibt belastbarare Systeme für begehbare Böden)
Die Frage, ob eine hydraulische Dichtung (Dampfsperre) unter die Dämmung gehört wird kontrovers diskutiert. Schaden kann sie nicht. Bei erhöhter Feuchtebelastung aus den untenliegenden Räumen jedoch durchaus nutzen.

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Hier wurden konstruktive Dachstuhlteile mit verkleidet. Der Vorteil liegt auf der Hand: Stolperfallen werden entschärft.

Wichtig war der luftdichte Einbau der neuen Dachbodenluke.
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Kompressionsband oder wie hier in „heimwerkerischer Weise“ ausgeführt Dichtwulste von unten und
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Bauschaum von oben dichten die Fuge zwischen Decke und Lukenkasten.
Die höher gewordene Decke kann mit Standard-Lukenkästen oft nicht gefüllt werden. Manche Hersteller von Dachbodentreppen bieten Maßfertigung an. Hier hat man einfach den Kasten der alten Luke auf den neuen aufgesetzt und mit dem Boden bündig geschnitten. Eine ordentliche Lösung.
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Das Beispiel wird zur Nachahmung empfohlen!

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