Konzentration von Treibhausgas auf neuem Rekordhoch

12. Nov. 2015 von Webmaster

Übersetzung einer Pressemitteilung der Welt-Klima-Organisation.

Das Zusammenwirken von CO2 und Wasserdampf verstärkt die Erwärmung.

Genf, 9 November 2015 (WMO).
Die Menge der Treibhausgase in der Atmosphäre erreichte in 2014 wieder einen neuen Rekord. Der unaufhörliche Anstieg, treibt den Klimawandel an und wird den Planeten für kommende Generationen gefährlicher und ungastlicher machen.

Das Treibhausgas-Bulletin der Welt-Klima-Organisation sagt, dass es zwischen 1990 und 2014 einen Anstieg um 36% des Strahlungsantriebs – dem erwärmenden Effekt auf unser Klima – gab, der durch langlebige Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Stickoxid (N2O) aus der Industrie, Landwirtschaft und anderen Aktivitäten herrührt.

Der WMO-Report beleuchtet auch das Zusammenspiel und die verstärkenden Effekte zwischen den ansteigenden Gehalten von CO2 und Wasserdampf, das selbst auch ein Treibhausgas ist, wenn auch ein kurzlebiges. Weiterer Anstieg der CO2-Konzentration wird zu einem überproportional hohen Anstieg der thermischen Energie und Erwärmung durch Wasserdampf führen.

„Jedes Jahr berichten wir einen neuen Rekord der Treibhausgas-Konzetration,“ sagte der Generalsekretär Michel Jarraud. „Jedes Jahr sagen wir, dass uns die Zeit davonläuft. Wir müssen JETZT handeln, um die Treibhausgas-Emissionen zu verringern, wenn wir noch eine Chance haben wollen, den Temperaturanstieg auf einem Level zu halten, mit dem wir umgehen können.“

Die atmosphärische Konzetration von CO2 – dem wichtigsten langlebigen Treibhausgas – erreichte in 2014 den Stand von 397,7 parts per million (ppm). Auf der Nordhalbkugel hat die CO2-Konzentration die symbolisch bedeutsame Grenze von 400 ppm im Frühjahr 2014 überschritten, als die Konzetration am höchsten war. Im Frühjahr 2015 überschritt die durchschnittliche CO2-Konzentration weltweit die 400-ppm-Marke.

„Wir werden in Kürze weltweit mit durchschnittlichen CO2-Leveln über 400 parts per million als einer permanenten Realität leben,“ sagte Herr Jarraud.

„Man kann CO2 nicht sehen. Es ist eine unsichtbare, aber reale Bedrohung. Das bedeutet global heißere Temperaturen, mehr extreme Wettergeschehen wie Hitzewellen und Überflutungen, schmelzendes Eis, steigende Meeresspiegel und gesteigerter Säuregehalt der Ozeane. Das passiert jetzt und wir bewegen uns mit einer beängstigenden Geschwindigkeit in unbekanntes Gelände vor,“ sagte er.

„Überschussenergie, die von CO2 und anderen Treibhausgasen eingefangen wird, erhitzt die Erdoberfläche, was zu einem Anstieg des Wasserdampfs in der Luft führt, der seinerseits noch mehr Wäre erzeugt/fängt,“ sagte Herr Jarraud.

„Kohlendioxid bleibt für hunderte von Jahren in der Atmosphäre und im Meer noch länger. Frühere, heutige und zukünftige Emissionen werden einen kumulierten Einfluss sowohl auf die globale Erwärmung als auch auf die Versauerung der Meere haben. Die Gsetze der Phasik sind nicht verhandelbar,“ sagte Herr Jarraud.

Das WMO Treibhausgas-Bulletin berichtet von der atmosphärischen Konzentration – und nicht den Emissionen – von von Treibhausgasen. Die Emissionen sind, was in die Atmosphäre hinein geht. Die Konzentrationen sind, was in der Luft bleibt, nach einem komplexen Zusammenspiel des Systems aus Atmosphäre, Biosphäre, Kryosphäre und den Ozeanen. Etwa ein Viertel der Gesamtemissionen wird von den Ozeanen aufgenommen und reduziert so den CO2-Gehalt der Atmospäre.

Das Treibhausgas-Bulletin liefert eine wissenschaftliche Basis zur Entscheidungsfindung. Die WMO gibt den Bericht vor den UN-Klimawandel-Verhandlungen in Paris heraus, die vom 30. November bis zum 11. Dezember in Paris stattfinden. Ein separater Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen zielt auf die jährlichen CO2-Emissionen.

Atmosphärische Konzentration

Kohlendioxid (CO2) ist verantwortlich für etwa 83% des gesamten Anstiegs des Strahlungsantriebs durch langlebige Treibhausgase in den vergangenen zehn Jahren. Der vorindustrielle Level von 278 ppm stellte ein Gleichgewicht zwischen der Atmosphäre, den Meeren und der Biosphäre dar. Menschliche Aktivitäten, wie das Verbrennen fossiler Brennstoffe, hat die natürliche Balance durcheinander gebracht und in 2014 war der globale Mittelwert bei 143% des vorindustriellen Werts. In 2014 erreichte die globale Konzentration im Jahresmittel 397,7 ppm mit einem stetigen Anstieg während der letzten zehn Jahre. Der weltweite Mittelpegel wird in 2016 die Marke von 400 ppm überschreiten.

Methan (CH4) ist das zweitwichtige langlebige Treibhausgas. Etwa 40% des Methans kommt aus natürlichen Quellen in die Luft (z.B. Sümpfe und Termiten) und etwa 60% stammen aus menschlichen Aktivitäten wie Viehzucht, Reisanbau, fossiler Brennstoffgewinnung, Abfalldeponien und der Verbrennung von Biomasse. Methan erreichte in der Luft in 2014 einen Anteil von 1833 parts per billion (ppb), was 254% des vorindustriellen Levels ist.

Stickoxide (N2O) kommen sowohl aus natürlichen Quellen (etwa 60%) und anthropogenen Quellen (etwa 40%) in die Atmosphäre. Quellen sind Meere, Böden, Biomasse-Verbrennung, Düngemittel und diverse industrielle Prozesse. Ihre Konzentration in der Luft in 2014 lag bei etwa 327,1 parts per billion. Das sind 121% ihres vorindustriellen Levels. Stickoxide spielen auch eine wichtige Rolle bei der Zerstörung der Ozonschicht in der Stratosphäre, die uns vor der gefährlichen ultravioletten Strahlung der Sonne schützt.

Wasserdampf

Wasserdampf und CO2 sind die beiden wichtigsten Treibhausgase. Aber es ist das CO2, das den entscheidenden Antrieb für den Klimawandel leistet. Veränderungen des Wasserdampfs stellen einen sogenannten Feedback-Mechanismus dar und geschehen als Antwort auf die Veränderungen des CO2. Bei einem Szenario, das eine Verdopplung der CO2-Konzentration gegenüber dem vorindustriellen Zustand vorsieht, das bedeutet von 280 auf 560 ppm, würden Wasserdampf und Wolken einen dreimal so starken Temperaturanstieg verursachen, wie der durch die langlebigen Treibhausgase erzeugte, sagt das Bulletin aus.

Globale Mittelwerte von CO2, CH4 und N2O als Molanteile (a) und ihre Wachstumsraten (b) von 1984 bis 2014.
Abweichungen von den aufeinanderfolgenden jährlichen Mittelwerten sind in (b)schattiert eingezeichnet.
(Quelle: www.wmo.int, 2015)

Für weitere Information kontaktieren sie bitte Clare Nullis, WMO Media Officer. Tel +41-22-7308478. Mobile phone +41-79-7091397. Email cnullis(at)wmo.int. Website: www.wmo.int

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