Winter ist Planungszeit

18. Jan. 2016 von Olof E. Matthaei

Wer bauen oder Sanieren will, sollte sich genug Zeit nehmen, alles zu planen.

Bauliche Maßnahmen wie auch solche an der Haustechnik sind komplex. Wer etwas unternehmen will ist gut beraten, seine Maßnahmen ordentlich vorzubereiten. Jetzt im Winter wird nicht gebaut. Beton, Mörtel, Kleber und Co. vertragen keine kalten Temperaturen. Die Heizung außer Betrieb zu nehmen, um sie zu erneuern oder auch nur zu verändern ist nicht angeraten, wenn die Außentemperaturen unter der Heizgrenze liegen.

Brennstoffkosten Januar 2016Niedrige Energiekosten sind kein Grund, nicht auf Energie-Effizienz zu achten. Insbesondere der Behaglichkeitsaspekt rückt wieder in den Vordergrund, wenn das Heizöl für unter 40 Cent je Liter gehandelt wird. Gas- und Pelletspreise sind stabil. Die Entwicklung der Zukunft nicht absehbar. Das Klima weiterhin gefährdet.

Leider wachen viele Sanierer erst im März wieder auf und möchten dann alles auf einmal erledigt haben. Dabei bietet der Winter die Ruhe, die man für die Planung braucht. Alle Aspekte eines Projekts können durchdacht und zueinander in Beziehung gesetzt werden. So werden in einer frühen Phase Fehler ausgemerzt und optimale Lösungen können gefunden werden. Steht man nachher erst wieder auf der Baustelle, dann müssen ad-hoc-Lösungen für Probleme gefunden werden, die man rechtzeitig hätte vermeiden können.

Auch die Beauftragung von Handwerksunternehmen macht man am Besten jetzt. Noch sind die Auftragsbücher leer und es werden gute Preise angeboten. Wer den Winter so nutzt geht mit einem klaren Plan und den besten Partnern auf die Baustelle, sobald das Wetter wieder auf Frühling zeigt. Wer den Winter verschlafen hat, hat das Nachsehen.

Wirtschaftlichkeit energetischer Maßnahmen derzeit schlecht

Momentan scheint bei vielen Anfragen die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben zu sein. Die Baukosten sind in den letzten Jahren – auch dank reger Bautätigkeit – gestiegen. Die Einsparung die durch energetische Sanierung erreicht werden kann sinkt dagegen mit dem Energiepreis. Man sollte sich davon jedoch nicht zu sehr beeindrucken lassen. Mehrere Aspekte sprechen dafür, dennoch die Häuser energetisch zu verbessern:

  • die Behaglichkeit für die Bewohner steigt mit dem Dämmstandard
  • Energieeffizienz-Maßnahmen werden öffentlich gefördert
  • die Klimaerwärmung kann nur durch erhebliche Verminderung des Energieverbrauchs vermieden werden.

Gesamtkosten aus Investition und BetriebWas die Kosten und Einsparung angeht, so sehen meine Berechnungen in Beratungsobjekten derzeit oft aus, wie auf der Grafik links. Die Summe der jährlichen Kosten für die Investition und den Einkauf von Energie bleibt relativ konstant. Es gibt jedoch eine Verlagerung von den Heizkosten zu den Investitionskosten. Anders gesagt: Das Objekt wird mehr wert, ohne dass es den Eigentümer mehr kostet. Aber eben auch nicht weniger. Dabei nimmt das Wohlfühlen deutlich zu, weil die Temperaturen im Haus ausgeglichener werden und Zugerscheinungen (z.B. Kaltfall an Fenstern) komplett wegfällt. Verbunden mit einer Lüftungsanlage ist das Haus dann auch noch stets mit frischer, sauberer und vorgewärmter Luft versorgt. Schadstoffe, wie Kohlendioxid, Ausdünstungen von Möbeln, Teppichen und Baustoffen wie auch die überschüssige Feuchtigkeit werden aus dem Haus laufend entfernt.

Wir stehen gerne allen flotten Schneehasen bereit, um jetzt im Winter mit einer BAFA-geförderten Energieberatung zu analysieren und mit gezielter Planung Einzelmaßnahmen oder auch eine umfassende Effizienzhaus-Sanierung vorzubereiten. Allen Eisbären wünschen wir weiter einen guten Winterschlaf.


Bildnachweise:
Grafik „Brennstoffkosten-2016-01“, Quelle: DEPV.de 2016
Grafik „Gesamtkosten aus Investition und Betrieb“, Grafik: Ingenieurbüro Matthaei 2015

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