Panta rhei: KfW-Förderung

01. Jun. 2015 von Karin Müller

KfW-Förder-Bedingungen unterliegen ständigem Wandel.

Technische Mindestanforderungen der KfWFür die energetische Sanierung von Gebäuden oder Unternehmen gibt es Bundesgeld über die KfW. Die Konditionen für Kredite und Beihilfen, die Bedingungen, die vom Antragsteller zu erfüllen sind und die Modalitäten der Antragstellung sind ständigen Veränderungen unterworfen. Oft genug wissen die KfW-Mitarbeiter selber nicht, wie in konkreten Fragestellungen verfahren wird. Vieles wird auf die Energieberater abgewälzt, die

  • Sanierungswillige zu Förderprogrammen beraten sollen,
  • ihnen Sachverständigenerklärungen als Bestätigung zum Förderantrag ausfertigen sollen,
  • die Umsetzung planen und begleiten und im Sinne der KfW prüfen müssen und
  • nach der Durchführung der Maßnahmen bescheinigen sollen, ob alles richtig gemacht wurde.
  • Die Gefahr der Fehlberatung ist groß, denn wie leicht hätte es noch diese oder jene Möglichkeit gegeben, ein Programm, das nicht bei der KfW liegt, sondern von einem kommunalen oder Landesförderinstitut ausgereicht wird. Andererseits ist der technisch orientierte Energieberater gar nicht berechtigt, Finanzberatung oder Rechtsberatung durchzuführen. „Du hast immer irgendwo ein Ohr raushängen, das dir abgeschnitten werden kann,“ warnt daher Energieberater Olof Matthaei. Oft genug kommen auch Kunden von Bankgesprächen und möchten eine Bestätigung, weil ihnen die Bank erklärt hat, dass für eine Dämmmaßnahme oder einen Heizungsaustausch KfW-Förderung zu bekommen sei. Dass und welche technischen Anforderungen damit verbunden sind, wissen die Bankmitarbeiter meist nicht. Deren Job ist die Finanzberatung.

    Es ist daher für jeden Unternehmer, Bauherrn und Sanierer ratsam, selbst Information zu sammeln. Verbunden mit dem Wissen des Planers und Energieberaters wie auch dem der Bank oder eines freien Finanzberaters, ergibt sich ein umfassenderes Bild, das zu Entscheidungen im Sinne des Gebäudeeigentümers führt. Hier geben wir Information der KfW über einige Änderungen in der nächsten Zukunft weiter.

    Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Energieffizienz (NAPE) hat die Bundesregierung beschlossen, ihre Unterstützung für die Energiewende im Gebäudesektor auszubauen und ihre Förderangebote zu verbessern. Die KfW als staatliche Förderbank wird daher zum Juli, August und Oktober Verbesserungen an den Energetischen Sanierungsprogrammen durchführen:

      Ab 1. Juli 2015 für Gewerbeimmobilien:

    • Mit dem KfW-Energieeffizienzprogramm für Gewerbeimmobilien gibt es ähnliche Bedingungen wie für Wohnhäuser. Günstige Zinssätze und auch Tilgungszuschüsse. Bei der energetischen Sanierung einer Gewerbeimmobilie zum KfW-Effizienzhaus 70 erhält das Unternehmen einen anteiligen Zuschuss von 17,5 % des Kreditbetrags, max. 175 Euro pro m² Nettogrundfläche.
      Energieeffizienzsteigernde Maßnahmen in der Produktion können sich Unternehmen ab dem 1.Juli mit den Programmen 292 und 293 fördern lassen.
      Daneben gibt es weiterhin die Energieberatung im Mittelstand, die mit 80% Förderung bis zu 8.000 Euro Zuschuss zu den Beratungskosten sicherlich die Grundlage für gelungene Investitionen schaffen kann.
    • Ab 1. August 2015 für Wohnimmobilien:

    • Verstärkung des finanziellen Anreizes für die energetische Modernisierung durch Erhöhung der Kredithöchstbeträge auf 100.000 Euro je Wohneinheit und Einführung von Tilgungszuschüssen auch für Einzelmaßnahmen.
    • Ab 1. Oktober 2015 für kommunalen Neubau und Tilgungszuschüsse für Einzelmaßnahmen:

    • Der Neubau von energieeffizienten kommunalen und sozialen Nichtwohngebäuden wird gefördert. Ausserdem wird das Programm für Kommunen zur energetischen Sanierung erweitert und in IKK – Energieeffizient Bauen und Sanieren (217/218) umbenannt, sowie das Programm IKU – energieeffizient Bauen und Sanieren (219/220) für kommunale und soziale Unternehmen angepasst.
    • Ab 1. März 2016 für Neubauten:

    • Das KfW-Effizienzhaus 70 (Sanierung) wird nicht mehr gefördert, um den gestiegenen gesetzlichen Anforderungen durch die EnEV nicht zuwider zu laufen. Statt dessen sollen verstärkt Neubauten gefördert werden, wobei der Förderhöchstbetrag auf 100.000 Euro je Wohneinheit steigen wird. Neu eingeführt wird die Effizienzhausklasse 40 Plus. Bei diesen Gebäuden wird ein Teil des Energiebedarfs am Haus selbst erzeugt und gespeichert.

    Die Ausführungen hier sind nicht abschließend, können Fehler enthalten und werden vielleicht auch von der KfW bis zum Inkrafttreten noch einmal revidiert. Mit Überraschungen ist bei Subventionen immer zu rechnen. Das Ingenieurbüro Matthaei empfiehlt immer, nur solche Maßnahmen zu planen und umzusetzen, die in sich funktionell richtig sind. Förderungen kann man dann als Bonbon zusätzlich genießen.

    Um ein Optimum an Förderung zu erhalten empfiehlt sich, zusätzlich zur Energieberatung auch eine gezielte Fördermittel-Recherche durchführen zu lassen.


    Bildnachweise:
    Grafik: Ingenieurbüro Matthaei 2015

    Weitere Beiträge zum Thema Förderungbedingungen:
    Artikel vom 24.3.2015: Bessere Förderung für Erneuerbare Heizenergie
    Artikel vom 2. 3. 2015: Ab 1. März höhere Förderung für BAFA-Energieberatung
    Artikel vom 7. 1. 2015: Förderung für Energetische Sanierung verbessert

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