Klimakonferenz erfolglos

23. Nov. 2013 von Olof E. Matthaei

Warschau nicht nur gescheitert sondern ein Fiasko

(Foto: Push Europe; Lizenz: CC-BY-NC-2.0)Wie erwartet (Siehe Vorschau vom 2013-11-11) endet die 19. UN-Klimakonferenz in Warschau heute ohne sinnvolle Ergebnisse. Schlimmer noch: Sie verlief derart, dass am Donnerstag Umweltschutzverbände und andere NGO:s die Verhandlungen verließen.

Dieser Protest sei die Reaktion auf Verhandlungen, die nicht nur einfach in unterschiedlichen Vorstellungen stecken geblieben seien, sondern dass viele Regierungen bewusst versuchten, den Prozess zu schwächen. „Das Verlassen des Klimagipfels ist eine Botschaft an die Regierungen: Nehmt den Klimaschutz und seine internationalen Instrumente ernst,“ sagt der WWF.

Scheitern als Chance

Ottmar Edenhofer, Lehrstuhlinhaber für die Ökonomie des Klimawandels an der TU Berlin, schlägt vor diesem Hintergrund ständig scheiternder Versuche, den Klimaschutz als Weltaufgabe zu forcieren, vor, den CO-Handel auszubauen. Seine Idee dabei ist es, mit den Einnahmen, die Staaten aus dem Emissionshandel erzielen, Projekte im Energiesektor zu finanzieren. In Deutschland denkt er dabei vor Allem an den Umbau des Elektrizitäts-Systems um fit zu werden für erneuerbare Energie. In den wenig entwickelten Ländern gehe es zunächst darum, überhaupt Infrastruktur aufzubauen. Sein Ansatz ist es, Wirtschaftswachstum und Klimaschutz zu verbinden und den direkten proportionalen Zusammenhang zwischen Wachstum und Emission zu durchbrechen. Eine ausführlichere Diskussion dieser Idee finden Sie in einem Artikel der Zeitung des Vereins Deutscher Ingenieure VDI-Nachrichten.

Ob dieser Ansatz sinnvoll ist, mag jeder mitdenkende Leser selber bewerten. Zu bedenken geben möchte ich: Aus der Menschheitsgeschichte ist abzulesen, dass jede Effizienzsteigerung zu einer Vermehrung der menschlichen Population auf der Erde und letztlich zu noch mehr Ressourcen-Beanspruchung geführt hat. Ein wachsendes System bleibt eine ganze Weile lang stabil, doch kommt es irgendwann an eine (natürliche) Grenze, dann kollabiert es.

Systeme kollabieren, wenn sie zu groß werden

Das beobachten wir im Zusammenhang mit natürlichen Lebewesen: Ein Baum der sich zu hoch über die anderen erhebt, fällt im Sturm – dem Klima: Haiyan, der Taifun, der direkt vor der Weltklimakonferenz die Philippinen und Vietnam verwüstete zum Beispiel – aber genau so geht es auch mit Unternehmen: „Weltunternehmen“ verschwinden, wenn sie zu groß geworden sind – und so wird es auch den Menschen ergehen. Wir werden nicht wie die Dinosaurier Millionen von Jahren auf der Erde „herrschen“, weil wir schon bald alles ausgebeutet haben, was an natürlichen Ressourcen vorhanden war. Nur eine echte Kreislaufwirtschaft und die Nutzung der Sonnenenergie kann uns retten.

Wo ist der Held, der uns aus der Krise führt?

Im eigenen Umfeld unterstützt Sie die Energieberatung: Privat und im Unternehmen.


Bildnachweise:
Foto: Push Europe; Lizenz: CC-BY-NC-2.0

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