Erderwärmung wirkt schlimmer als erwartet

31. Mrz. 2014 von Olof E. Matthaei

Weltklimarat legt neuen Klimabericht vor

Der Klimawandel wirkt sich noch schneller und vermutlich noch gravierender aus, als dies noch vor einigen Jahren gedacht war. Der Sachstandsbericht des Klimarats der Vereinten Nationen IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) wurde in mehreren Etappen vorgestellt. Am 31. März 2014 wurde der zweite Berichtsteil des fünften IPCC-Sachstandsberichts zu „Folgen, Anpassung, Verwundbarkeit“ verabschiedet. Am 1. April wird er in Berlin vorgestellt.

Auch früher vermutete positive Folgen in einigen Regionen der Erde werden von den Wissenschaftlern nun wieder in Frage gestellt. Die Vermutung dass Wuppertal und Goslar zukünftig subtropisches Klima bekommen, Winter nicht mehr existieren, Bananen an- und Heizungen abgebaut werden, sind wohl eher Wunschträume. Neueste Berechnungen voraussichtlicher Klimaänderungen deuten eher auf eine Zunahme „auffälliger Wetterphänomene“. Die Talsperren im Harz werden also nicht jedes Frühjahr so leer sein, wie im Moment, aber es wird vorkommen. Überschwemmungen, Orkane und weitere extreme Ereignisse werden uns zukünftig begleiten.

IPCC: Klimawandel schon in vollem Gange

Die Arbeitsgruppe II des IPCC zeichnet in ihrem Bericht ein düsteres Bild für die Zukunft: Die Wissenschaftler aus aller Welt haben die Auswirkungen des Klimawandels auf Gesellschaftsgruppen, Unternehmen und Ökosysteme untersucht. Sie stellen fest, dass der Klimawandel ein von Menschenhand geschaffenes Problem ist und dass es sich nicht um ein möglicherweise kommendes Ereignis handelt, sondern dass der Klimawandel bereits stattfindet. Alle Kontinente und Ozeane sind davon betroffen. Das größte Risiko sehen die Wissenschaftler dabei darin, dass viele Länder, Gesellschaften und Unternehmen sich auf den Klimawandel nicht vorbereiten. Da wir Menschen uns erst dann mit einem Problem befassen, wenn wir es selbst spüren, machen wir uns selbst zum Teil des Problems.

Bessere Vorbereitung auf den Klimawandel

Während die Wissenschaftler eindringlich vor den Risiken des Klimawandels warnen und unterschiedliche Szenarien betrachten, fordern sie auch, nicht die Hoffnung zu verlieren. Der Klimawandel berge auch Chancen und sei bereits vielerorts auf der politischen Agenda. Der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgruppe II, Chris Field, von der Carnegie Institution for Science erklärte, dass Anpassung an den Klimawandel kein exotisches Vorhaben mehr sei. Es müsse nun allerdings viel Arbeit darauf verwendet werden, sich auf die zukünftigen Risiken vorzubereiten. Investitionen in eine bessere Vorbereitung auf den Klimawandel würden sich bereits heute und noch stärker in Zukunft auszahlen, sagt ein weiterer stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe, Vicente Barros, von der Universität Buenos Aires (UBA).

In Deutschland haben wir insbesondere auf der Ebene der Bundesländer eine eher im Verborgenen laufende Vorbereitung auf die klimatischen Veränderungen. Das Land Niedersachsen und das Land Nordrhein-Westfalen haben regionale Szenarien entwickelt und stellen Pläne auf, wie die Folgen zu meistern sein werden. Dabei hat Niedersachsen den Küstenschutz – auch der Nordseespiegel steigt unaufhörlich – sowie den Hochwasserschutz als Schwerpunkte.

Energiewende: Keine halben SachenEs gibt auf der Ebene der Länder auch eine deutlich höhere Bereitschaft zur Energiewende als beim Bund. Das Hin und Her der Kanzlerin, mit welcher Regierung sie nun auch gerade agiert, wer gerade ihr Umwelt- oder Wirtschaftsminister sein darf, trägt weder zum Klimaschutz noch zur Vorbereitung auf den Klimawandel bei. Allerdings spiegelt die Kanzlerin damit eine Gesellschaft, die im Großen und Ganzen ebenso ziellos und selbstverliebt herumirrt.

 

Den aktuellen Beitrag der Arbeitsgruppe 2 des Weltklimarates finden Sie hier: IPCC. Es gibt Kurzfassungen und bebilderte Fassungen für Politiker.

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Bildnachweise:
Cover des 2. Berichtsteils zum Weltklimabericht, Quelle: de-ipcc.de 2014
„Keine halben Sachen, Karrikatur: copyright: sfv / mester 2014

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