Einfache Maßnahmen verhindern Wärmebrücken

06. Mai. 2014 von Olof E. Matthaei

Die Vermeidung von Wärmebrücken ist im Passivhaus und im Effizienzhaus ein Muß. Obwohl der Nachweis oft sehr aufwändig (und damit auch teuer) ist, ist die eigentliche Ausführung wärmebrückenarmer Konstruktionen oft gar kein großes Thema. Man muss nur rechtzeitig daran denken.

Rohbau Effizienzhaus 40, Foto: O.Matthaei 2014Wir begleiten als Energieplaner den Bau eines Effizienzhaus-40-Neubaus in Wuppertal-Vohwinkel. Der Baufortschritt ist auf dem Bild sichtbar. Ein großer Teil des Rohbaus steht und gerade wird für einen Ringbalken geschalt. Ringbalken fordern die Statiker oft, um das Haus zusammenzuhalten. Ohne gäbe es Risse bis hin zum Auseinanderbersten der Bauwerke. Da die Ringbalken vor Allem Zugkräfte aufnehmen müssen, werden sie mit Baustahl armiert. Die klassische Bauweise ist genau so dick wie die Mauer, zu der der Balken gehört. Die Ringanker zeichnen sich dann intern oft ab, weil sie deutlich kälter sind und dadurch Feuchtigkeit anziehen.

In der Wandkonstruktion, die hier gewählt wurde, ist intern eine tragende Wand aus 24 cm dicken, gedämmten Ziegelsteinen (Wienerberger Poroton T8-24,0-MW), außen kommen eine weitere Dämmschicht aus Mineralwolle in WLS 035 und eine Klinkerfassade dazu. Die Wand hat einen Passivhaus-tauglichen Wärmedurchgangswert von U=0,136 W/m²K. Obwohl bei einer außen liegende Dämmung mit einem Wärmedurchlasswiderstand von R=4 m²K/W nach dem Beiblatt zur DIN 4108 der Ringbalken gar nicht weiter nachgewiesen werden müsste, ist bei einem Effizienzhaus 40, bzw. Passivhaus, diese Konstruktion als Wärmebrücke zu berechnen. Ginge der Ringbalken durch die ganze Ziegelwanddicke, dann wäre hier tatsächlich auch rechnerisch eine Wärmebrücke vorhanden.

Gedämmter Ringbalken, Foto: O.Matthaei 2014Die mit der Architektin abgestimmte Lösung ist recht einfach: Es kommt außenseitig eine zusätzlich Dämmung von 6 cm. Der Ringbalken schrumpft dadurch auf 18 cm zusammen, was für die Statik völlig ausreichend ist, und die Wärmebrücke ist behoben. Genauso wurde die in die tragenden Wände eingebundene Betondecke mit einem zusätzlichen Dämmstreifen versehen. Dieser in Verbindung mit der Außendämmung ergibt eine praktisch Wärmebrücken-freie Konstruktion.

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Bildnachweise:
„Rohbau Effizienzhaus 40“, Foto: O.Matthaei 2014
„Gedämmter Ringbalken“, Foto: O.Matthaei 2014

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