Ein Drittel Zuschuss für Effizienzhaus-Sanierung

14. Sep. 2015 von Olof E. Matthaei

Die Bedingungen sind so gut wie noch nie.

Wer heute eine Bestandsimmobilie zum KfW-Effizienzhaus 55 saniert, kann satte Zuschüsse einstreichen. Im August sind die Förderbedingungen noch einmal verbessert worden.

Die KfW gibt nun dem selbst finanzierenden Bauherrn im Programm „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“ (Progammnr. 430) auf eine Höchstsumme von 100.000 Euro je Wohneinheit bis zu 30% Zuschuss. Dazu können weitere Bundes-Fördermittel für die Nutzung erneuerbarer Energiequellen (Umweltwärme durch Wärmepumpen, Solarwärme und Biomasse) durch das BAFA erhalten werden. Und am Ende können noch ergänzend Zuschüsse des Landes NRW für Biomasseanlagen und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung dazu genommen werden.

Karin Müller hatte in Ihrem Beitrag im Juni bereits auf die bevorstehenden Veränderungen hingewiesen. Damit wird unsere Beispielrechnung aus dem März obsolet. In diesem Beispiel waren wir von einer Kreditfinanzierung im Programm 151 ausgegangen.  Für diese Fördervariante der KfW beträgt der Tilgungszuschuss heute „nur“ 27,5 % (Im März noch 22,5%).  Hier die jetzt aktuelle Rechnung für eine Eigenfinanzierung:

Die Energieberatung hat ergeben, dass die Immobilie derart ertüchtigt werden kann, dass die Gebäudehülle und der Primärenergiebedarf die Kriterien für ein Effizienzhaus 55 nach der KfW-Richtlinie einhalten. In der anschließenden Detailplanung werden auch die Kosten genauer berechnet. Es ergibt sich folgende
Übersicht der Kosten:

Sanierungsteil, MaßnahmeKosten
Gebäudehülle: Dämmung, Fenster etc.68.000 €
Heizanlage: Pellet-Rennwertkessel 10kW, Solarkollektoren 10m², Pufferspeicher 1.000l, Frischwasserstation, Regelung, Optimierung der Verteilung25.000 €
Wohnungslüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung8.000 €
Planungskosten, Energetische Baubegleitung10.000 €
nicht Energie-relatierte Kosten (Innenräume, Elektro, Sanitär etc.)29.000 €
Summe:140.000 €

BAFA-Förderung BiomasseanlagenFür die Finanzierung wird zunächst das Programm Energieeffizient Sanieren – Kreditvariante der KfW mit 100.000 Euro genutzt. Der Rest wird über die Bank zwischenfinanziert.
Der Energetische Baubegleiter achtet darauf, dass jedes Förderprogramm zur rechten Zeit beantragt wird. Manche Programme werden vorher, andere hinterher beantragt. Die genaue Analyse der verschiedenen Förderrichtlinien ist dafür unerlässlich. Links z.B. eine Übersicht des BAFA zur Förderung von Biomasseanlagen (Pelletskessel).
In diesem Beispiel ist das Zusammenspiel einer effizienten Gebäudehülle (Effizienzbonus) mit Pellets-Brennwertkessel (Innovationsförderung) und Solaranlage (Kombinationsbonus) wichtig.

Es werden genutzt:
Fördermittel

InstitutProgrammBetrag
BAFAInnovationsförderung Pelletkessel mit Brennwertnutzung mit Pufferspeicher5.250 €
Basisförderung Solarkollektoranlage < 14 m²2.000 €
Kombinationsbonus (Pellet+Solar)500 €
Gebäudeeffizienzbonus 50% der Basis-/Innovationsförderung3.625
progres.NRWBiomassekessel2.500 €
Solarkollektoranlage 10m²900 €
Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung1.000 €
KfWTilgungszuschuss für Effizienzhaus 55: 27,5% des Kreditbetrags (100.000 €)30.000 €
Zuschuss zur Energetischen Baubegleitung, 50%, max. 4.000 €4.000 €
Summe:49.775 €

Damit erreicht die Förderquote sagenhafte 35,5%. Mehr muss man dazu eigentlich nicht mehr sagen.


Bildnachweise:
„Förderung Biomasseanlagen“, aus den Informationsschriften des BAFA, Bearbeitung: IB Matthaei 2015

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